Seychellen 4, Praslin, Curieuse, Riesenschildkröten

14:47

Heute der große Tag. Endlich wollen wir die Riesenschildkröten in der freien Natur besuchen.
Das ist nicht ganz so einfach. Dafür hatten wir zwei Tage davor eine Mini-Reiseagentur für  Inselhopping  engagiert. Nennen wir ihn mal Paul, den Bootsinhaber, der uns mit seinem kleinen  gelben Boot und einem Bootsfahrer auf die benachbarte Insel Curieuse bringen wird. 
Nach dem Frühstück, diesmal mit einem Toaster, der zwar nicht einrastete, dafür aber fast perfekte Toasts produzierte, fuhren wir per TATA-Bus wieder an die Ostküste Praslins, zu dem Ort, an dem wir uns schon auskannten. 



Wir waren noch nicht einkaufen und stellten betreten fest, dass der Ort keinen indischen Laden hat. Kein Problem für Paul. Er holte sein klapperiges Auto aus dem Hof und fuhr uns schnell zurück zum Nachbarort. Dort gab es den typischen indischen Laden und sogar einen kleinen Markt mit Obst und Gemüse. Er legte uns vor allem eine runde gelbe Frucht mit harter Schale sehr ans Herz. Die sollen wir unbedingt probieren. Ein Mixgetränk mit der Frucht plus Takamaka-Rum wäre das köstlichste, was man sich vorstellen kann....
Na klar, dass wir uns das Geschmackserlebnis nicht entgehen lassen wollen. 

'Fruit de la Passion', so sagen die einheimischen auf Französisch. Passion Fruit in Englisch und Passsionsfrucht in Deutsch.
Während uns Paul einhändig, denn in der anderen schlürfte er seine Passionsfrucht, zurück zum Meer fuhr, erklärte er uns, dass wir zum Schnorcheln unbedingt noch auf eine weiter Insel fahren sollten. Das koste nur unwesentlich (na ja....) mehr. Geschäftsmann kreolisch.
Wir hatten ja vorgehabt, zu schnorcheln, also buchten wir die Nachbarinsel noch mit.




An der Bootsanlegestelle wartete bereits Toni, unser  afrikanisch-stämmiger Bootsfahrer.
Er hievte das Boot ins Wasser, wir wateten ein Stück durchs Meer und stiegen dann in das schaukelnde Boot.
Aufgrund meiner Paddelerfahrung schreckte mich das aber nicht ab und das Wasser war ja auch warm...;-)


Lucky guy Toni...our Guide for the day

Nach einer kurzen Überfahrt landeten wir auf der unbewohnten Insel Curieuse. Toni zieht das Boot so weit wie möglich an Land. So ganz gelingt es eben immer nicht, aber wir hatten ja alle Shorts an.




Toni knöpfte uns noch mal Eintrittsgeld für den Naturschutzpark ab...unser Sohn wird glücklicherweise jünger gemacht, was er ja als 13jähriger absolut nicht leiden kann.....aber der finanzielle Vorteil hat ihn überzeugt.
Wir machten einen Termin fürs Abholen aus und liefen dann alleine durch den Mangrovenwald zur Schildkrötenstation.




Mangroven stehen im Meerwasser
Aussichtspunkt mit Blick zum Ziel......Schildkröten-Station

Dort, wo die Mangroven durch den Wechsel von Ebbe und Flut zeitweilig unter Wasser stehen, können wir trockenen Fußes auf einem langen Holzsteg laufen.



Holzsteg durch den Mangroven.Wald


Bei uns war gerade Ebbe und wir sahen unzählige Krabben in allen Größen.
Es gibt kleine Krebse, die nur  einer Schere besitzen, die in Massen auftreten, aber auch welche von einer Größe, wo man einer Krebsschere besser aus dem Weg geht.
Rot leuchtend fallen die großen Krebse (auf engl. Red rock crab) sofort auf. Sie sind aber auf der Hut und hocken meistens direkt neben ihrem Loch, in das sie sich bei Gefahr blitzartig zurückziehen. Riesige Löcher sind das überall im Boden verteilt.

Eine Übersichtstafel gibt Auskunft zu den Mangroven-Krabben.
Auf der Tafel fand ich auch die überall herumliegende Mangroven-Schnecke aus der Familie der POTAMIDIDAE. Sie sind typische Bewohner im Gezeitenbereich und leben vorwiegend auf sandigem schlammigen Substraten. Einige können sogar auf die Mangroven hochklettern.
Englisch: Giant Mangrove Whelk, Latein auch Terebralia palustris


Potamididae - Mangroven-Schnecke



Cancer productus, Red rock crab

Der Mangroven-Wald lichtet sich hin zum felsigen Inselwald mit Palmen.








Nach einem kurzen Wanderung landen wir bei der Schildkröten-Station. Gleich mindestens sechs der Riesenexemplare in allen Größen stellen sich hier als Model zur Verfügung. Sogar Selfies werden geschossen. Ich musste so lachen.

Wir hatten Bananen dabei und fütterten sie mit den Schalen. Absolute Köstlichkeit. Nur das riesige Maul mit den Zähnen macht schon etwas Angst. Also immer vorsichtig die Schale von der Seite ins Maul baumeln lassen.










Vorsicht Riesen-Maul schnappt zu....:-)

Hier gab es einen großen Barbecue-Platz, da die meisten hier eine Bootstour mit Mittagessen buchen. Da wir aber sparsamer unterwegs waren, suchten wir uns einen hübschen Platz am Strand unter einem Palmblatt-Sonnenschirm und packten unser Picknick aus dem indischen Laden aus.










Zwischendurch wurden sie Schildkröten mit unserem Biomüll, also Bananenschalen, abgefüttert.
Für eine Bananenschale laufen sie einem sogar hinterher.....das ist absolut lustig.




Der Strand ist ein Traumstrand...hoffen wir, dass es so bleibt.  Nur die Ranger dürfen hier leben.







Wir genießen den Ort noch ein bisschen und laufen dann zurück zum Bootsanlegeplatz, wo sich auch ein großer Barbecue-Grillplatz befindet. Unterwegs sehen wir aber noch eine ganz frei herumlaufende Schildkröte, die gemächlich im Mangrovenwald verschwindet. Sie heißt Nr. 107.
Die Schildkröten sind hier alle durchnummeriert.








Wir schauten uns zum Schluss die ehemalige Leprastation an, die gerade von jugendlichen Freiwilligen wieder in Schuss gebracht wird. Ich schaue noch ins Museum rein, um etwas über die Geschichte der Insel zu erfahren. Eine Insel der Isolation...hier wurden Leprakranke hingeschafft.
Früher auch eine Insel, auf der man Schildkröten schlachtete.
Eine Insel, auf der die einzigartige endemische Palme 'Coco de mer' wächst.

Im Hintergrund die ehemalige Leprastation




Doctor's House - heute ein Museum

Wir füttern nochmal Riesenschildkröten, die auch hier vorne am Barbecue-Platz auf Essensreste der Touristen warten.



Banane geht immer


Dann geht es per Boot zur Insel St. Pierre, eine Mini-Insel, nur ein paar Palmen und Steine.
Es wird fotografiert und geschnorchelt, aber das Wasser ist sehr kalt. Das hält man gar nicht lange aus.


Da ich hier auf das Schnorcheln nicht wild bin, denn ich wollte lieber Fotos machen, erkunde ich die Mini-Insel in 5 Minuten. Sie besteht nur aus ein paar Felsen und ein paar Palmen drauf. Trotzdem hat sie ihre ganz besondere Fauna. An den Felsen tummeln sich Krabben und zwischen den Steinen huschen Eidechsen hin und her.

St. Pierre







Kurz bevor wir wieder Praslin erreichen, machen wir nochmals Schnorchelpause.



Gestreifte Unterwasserwelt


Dann entdeckt Toni riesige Fische. Leider sind sie unter Wasser und damit nicht auf dem Foto...;-)

Bread, Bread....more Bread!!! Er gerät in echte Extase und versucht einen Fisch mit der Hand zu fangen. Angeblich beherrscht er diese Methode. Also machen wir den Spaß mit und opfern unser letztes Brötchen. Einen Fisch fängt er nicht. Dafür erzählt er uns, wie nötig er Trinkgeld hat. Gut, das hat man schon fast erwartet...wir denken nicht weiter drüber nach und natürlich gibt es für seinen Bootsfahrt auch was extra...:-) Schließlich ist er der perfekte Shootingstar.....:-)

Toni and his friend on the neighbor-boat

Zurück wie immer mit dem Tata-Bus.

Für 5 SCR bringt der TATA-Bus dich zu jedem beliebigen Punkt der Insel

Bevor es dunkel wird, das passiert ja immer schon 18 Uhr, noch schnell Fotos von unserer tollen Garten-Villa 'Villas des Alizes' an der Grande Anse auf Praslin.







An diesem, unserem letzten Tag auf Praslin, hatten wir nochmals Essen von unserer Vermieterin bestellt. Diesmal sagten wir vorher, was wir gerne essen möchten, natürlich kreolische Küche. Es war wieder absolut lecker. Das Essen brachte der Koch direkt zur Villa und wir aßen dann auf der Terrasse, bis wir nicht mehr konnten.....;-) Die gebratene Banane passte zum Schluss kaum noch rein.

Am nächsten Morgen mussten wir zeitig los zur Fähre nach La Digue.





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7 Kommentare

  1. Was für eine fantastische Erlebniswelt zeigt du hier!
    Die Tierwelt ist ja grossartig ob Schildkröten oder diese Krebse in rot egal welche und das Wasser shcnorcheln ist ja toll. Deine Fotos sind einmalig und d ahabt ihr eine Erinnerung fürs Leben
    Danke fürs erklären und fotografieren, es war so spannend alles das zu erleben!
    Ich wünsche dir einen schönen Tag!
    Lieben Gruss Elke

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  2. Ein toller Tag, wie auch bei uns dieser Ausflug war, wir hatten auch viel Spaß dabei.
    Liebe Grüße

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  3. Hört sich alles sehr spannend an. Ich muss mal mit mehr Zeit vorbeikommen...bin gerade unterwegs...;-). LG Lotta.

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  4. Hätte jetzt nicht gedacht, dass man vor einem Riesenschildkrötenmaul Angst haben kann. Aber putzig sehen sie schon aus. Die Strände sehen wirklich traumhaft aus.
    So im nachhinein beneide ich dich ein bisschen. Du hast dich bestimmt gut erholt.
    Was man von meinem Urlaub nicht wirlich sagen kann. Wir sind sehr viel gelaufen, ich war ständig am Schwitzen, und die Menschenmassen waren mir manchmal zu viel. Also das war das Negative daran.
    Gruß von Sigrid

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  5. faszinierende wesen - diese schildkröten!
    dass man so nah ran darf finde ich ja erstaunlich. schön dass du noch ein paar andere viecher geknipst hast, die krabben und die eidechse schauen hübsch aus :-)
    xxxx

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  6. Liebe Sigrun, was ihr an diesem Tag alles erlebt und gesehen habt (all die grossen und kleinen Tiere...!) Diese Art von Reisen und entdecken mag ich auch sehr. Was ich weniger mag ist, wenn Ausflüge oder Angebote immer mehr und mehr kosten - doch schlussendlich würde man ja doch eher das bereuen, was man eben nicht unternommen hat. Dass die Schildkröten früher geschlachtet wurde (wie schrecklich und schade!!) kenne ich auch von Heron Island her, wo die Meeresschildkröten heute geschützt sind und früher eine Suppenschildkröten-Fabrik war. Deinen Blog habe ich gleich abonniert und bin gespannt auf weitere Erlebnisse! Liebe Grüsse, Miuh

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  7. Diese Schildkröten sind wirklich BEEINDRUCKEND groß! Das fällt erst auf den Fotos mit Menschen so richtig auf. Dass sie so gern Bananenschalen fressen, wusste ich bisher nicht. Ein Erlebnis, das mir bestimmt auch Spaß gemacht hätte - wie überhaupt der ganze Tag samt Schnorcheln und lecker indisch / kreolisch essen... Toll auch die Krabben, Schnecken, Echse ...
    ALles Liebe, Traude

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Über eure Kommentare freue ich mich sehr. Vielen Dank!

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